Waschen, Schneiden, Föhnen

Oh oh! Im Badezimmer braut sich etwas zusammen, es liegen viel zu viele grosse Handtücher rum, die Tür der Dusche ist sperrangelweit auf, beide Fluchttüren des Raumes werden von Herrchen und Frauchen fast zeitgleich verschlossen.

Ich hab mich nicht in Fuchskacke gewälzt, eeeeehrliiiich! Hey Leute….warum glaubt mir denn keiner!! Ich will nicht schon wieder in diesem Glaskasten rum stehen und mich von Oben bis Unten nass spritzen lassen….boah nee, langsam hab ich die Schnauze voll…hört mir überhaupt jemand zu. Uiiiii, da kommt Herrchen auf mich zu – ich verkrümel mich mal unauffällig in die Ecke.

Als Herrchen mich dann auffordert in den Glaskasten zu steigen, merke ich an seiner Stimme, dass heute wohl kein Weg an dem für mich extremst langweiligen Duschmanöver vorbei führt. „Bitte einsteigen“, sagt Frauchen und ein paar Sekunden später, „Wasser marsch“! Nach gefühlten 3 Tagen und 3 Nächten des Einschäumens und Auswaschens, stellt Frauchen den Wasserhahn ab und gibt das Komando, „Schüttel dich“! Ich denke: „Lass mich lieber erst mal raus, in der engen Dusche wird das nichts“. Zwei „Freudenschreie“ Frauchens später, schmeisst Herrchen ein Badetuch über meinen klitschnassen, sich schüttelnden Körper.

Als wenig später meine Nase wieder unter dem grossen Badetuch hervorlugt, vernimmt sie einen Geruch den sie sehr gut kennt und mag: „Würstchen“! Meine Ohren hingegen hören ein Geräusch, das sie zwar auch kennen aber eher weniger und, in Kombination mit meinen Augen, gar nicht mögen: „Fööööööööööhn! Hiiiiiiilfe“. Okay, konzentrieren wir uns erst einmal auf die Würstchenstücke: „Und du Herrchen – komm mir nicht zu nahe mit dem doofen Föhn“! Es wäre zu schön gewesen, aber leider fängt das Gerät doch an, warme Luft in meinen Pelz zu blasen. Ich rücke ein Stück weg, aber nur soweit, dass ich noch an Frauchens Wurststückchen reiche. Als ich fast alles verputzt habe, hört, synchron mit Herrchens „das reicht fürs Erste“, die Höllenmaschine auf zu pusten. Ich stelle fest: So schlimm war es nicht!

Kitzelig geht es auf dem Küchentisch weiter, wo Frauchen mit Scheere bewaffnet, meine Pfotenhärchen zu stutzen beginnt. Dies kitzelt so sehr, dass ich auf dem Tisch immer weiter nach hinten rutsche. Als ich mit dem Hintern über die Tischkante hinweg zu rutschen drohe, will Herrchen dies vermeiden, landet aber mit dem Handrücken unsanft in Frauchens Gesicht. Autsch das hat weh getan, aber Leute bitte bringen wir das hier hinter uns, ich werde langsam ungedultig. Tja, und quasi eine geschwollene Lippe später, sitze ich frisch gestriegelt und stolz auf der Küchenbank.

Liebe Grüsse aus der Süd-Eifel!

Euer Lou